FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Stadt und Land :
Die Abgehängten der riesigen Mitte

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Stumme Zeugen vergangenen Lebens: Über den Friedhof von Motos, einem weitgehend verlassenen Dorf in der spanischen Provinz Guadalajara, geht der Blick in die Weite der Landschaft.
Stumme Zeugen vergangenen Lebens: Über den Friedhof von Motos, einem weitgehend verlassenen Dorf in der spanischen Provinz Guadalajara, geht der Blick in die Weite der Landschaft.Visum

Seit dem Bestseller eines Journalisten hat ein Begriff Karriere gemacht: das „leere Spanien“. Erst jetzt ist vielen klar, dass ihr Land scharf geteilt ist zwischen urbanem und ländlichem Raum – und dass dem leeren Spanien der Untergang droht.

Erst nach einigen Jahren in Spanien begriff ich, dass die Weite der iberischen Landschaft die Reisenden früherer Jahrhunderte ebenso fasziniert hat wie mich. Damals, so war den Berichten von Engländern, Franzosen und Skandinaviern zu entnehmen, verband sich das große Gebiet in der Südwestecke Europas, das beim Hindurchreisen fast amerikanisch wirkt, mit einer Gesetzlosigkeit, die man diesseits der Pyrenäen kaum mehr kannte. Das Land war so weitläufig, dass keine Ordnungsmacht die Distanzen im Landesinneren überwinden konnte. Die Reisenden ritten auf Maultieren oder Pferdewagen, bereit für das Sublime zwischen Schrecken und wohligem Schauder.

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