Serie „Wildwechsel“ : Ente bleibt draußen

Freie Wildbahn auf dem Wasser: Enten sind genügsam, sie halten es in Venedig wie in Schleswig-Holstein aus. Das Interessanteste an ihnen ist ihr liebenswürdiges Balz- und Paarverhalten.
Bei Ernest Hemingway denkt man an Boxkämpfe, Stierkämpfe und Großwildjagd, an alles mit Knall und Gefahr, aber sein berühmter 1950 erschienener Roman „Über den Fluss und in die Wälder“ beginnt und endet still, kalt, dunkel und unspektakulär – mit einer Entenjagd in der Lagune von Venedig. In der nächtlichen Finsternis vor dem heraufziehenden Morgen durchschneiden die Jagdboote das Eis auf ihrem Wasserweg: „Zwei Stunden vor Tageslicht brachen sie auf ...“. Während der Jäger in seine Deckung klettert – eine eichene Tonne, die im Uferschilf verborgen ist –, muss der Bootsmann mehr Eis brechen, um die hölzernen Lockenten aussetzen zu können, eine listige Einladung zum Landen an echte Enten. In einem Sack im Boot warten noch zwei gefangene Enten darauf, ebenfalls zu Wasser gelassen zu werden.





