FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Roman eines Finanzministers :
Hat man Töne?

Von
Marc Zitzmann
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Amateurpianist, Politprofi und nebenbei Schriftsteller: Bruno Le Maire
Amateurpianist, Politprofi und nebenbei Schriftsteller: Bruno Le MaireAFP

Der französische Finanzminister schreibt einen Künstlerroman, aber ist es Kunst geworden? Bruno le Maires „Fugue américaine“ erregt die Nation.

Wie gern würde man Bruno Le Maire lieben! Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister hat einen Roman veröffentlicht, seinen zweiten im prestigeträchtigen Gallimard-Verlag. „Fugue américaine“ handelt von zwei Brüdern zwischen 1949 und 1963. Der Ich-Erzähler Oskar und der zehn Jahre ältere Franz sind 1934 mit ihren jüdischen Eltern von Berlin nach New York geflohen. Ersterer studiert Medizin, Letzterer will Konzertpianist werden. Ende 1949 reisen die beiden nach Havanna, um einem Soloabend des Virtuosen Wladimir Horowitz zu lauschen. Nach seinem Auftritt fühlt sich der zum US-Bürger gewordene russische Musiker unwohl; mangels eines verfüg­baren Arztes wird Oskar hinzugezogen. Als Dank für seine „Behandlung“ – die hauptsächlich aus Zuhören besteht – bedingt sich der Medizinstudent eine Klavierstunde für den Bruder aus.

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