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Produktion für Dummies : Das kleinste Musikstudio der Welt

  • -Aktualisiert am

Es reicht vielleicht nicht gleich fürs Niveau von David Guetta – aber Musik machen kann mit der neuen Technik fast jeder. Bild: EPA

Wer Popmusik machen will, muss heute fast nichts mehr gelernt haben. Dafür sorgen hochintelligente Geräte und Programme. Die besten der Welt kommen aus Berlin – und werden von Stars wie Justin Timberlake und Ed Sheeran benutzt.

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          Das spektakuläre Musikvideo, das Justin Timberlake Anfang des Jahres herausbrachte, ist eigentlich kein Song. „Say Something“ ist eine Anleitung, wie man einen Song macht. Am Anfang herrscht Stille. Der Star steht allein in einem Raum und spielt an einem kistenförmigen Gerät ein paar digitale Trommelsounds ein. Als der Beat steht und von selbst weiterläuft, spaziert Timberlake los, durch das Bradbury Building, ein berühmtes Geschäftshaus in Los Angeles. Hier und da warten andere Musiker, die Gitarre setzt ein, sparsames Schlagzeug erklingt, dann sein Gesang. Am Ende steht an einer Brüstung ein Chor aus mehr als fünfzig Sängern. Wie aus dem Nichts ist ein mitreißender Sound entstanden. Das Video wurde ohne Schnitt aufgenommen – eine Meisterleistung, die mehr als 250 Millionen Mal geklickt wurde.

          Ein paar Menschen in Berlin-Kreuzberg haben sich besonders über dieses Video gefreut. Denn das kleine Gerät ist ein Fabrikat der Firma Native Instruments (NI). Das Unternehmen krempelt gerade die Welt des Pop um. Dabei spannen die Berliner keine Saiten auf Holz, bauen keine Tastaturen und blasen in keine Mundstücke: Deutschlands größter Instrumentenbauer arbeitet digital. Hier wird programmiert. Musik wird heute ohnehin fast nirgends mehr ausschließlich mit echten Instrumenten und klassischen Verstärkern gemacht. Der verzerrte Sound der Gitarren von Metallica wird digital berechnet. Die Drums der neuen Swing-Bands stammen aus dem Computer. Selbst Orchesterklänge – etwa bei Max Raabe oder in vielen Film-Soundtracks – sind meist das Resultat teurer Programme.

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