Michael Kunze :
Ganz allein begann er zu erzählen

Von
Miloš Vec
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Er ist völlig wach: Michael Kunze in seinem Arbeitszimmer.
Er ist völlig wach: Michael Kunze in seinem Arbeitszimmer.Miloš Vec

Aus der gelehrten Gemeinschaft der Rechtsgeschichte in die Freiheit des Liederdichters und zurück: Michael Kunze hätte Professor werden können, schrieb lieber für Udo Jürgens und blieb trotzdem von Wittgenstein inspiriert. Jetzt wird er achtzig.

Michael Kunze in einem Satz vorzustellen ist nicht schwer. Man könnte beispielsweise sagen: „Ich war noch niemals in New York.“ Das 1982 für Udo Jürgens geschriebene Lied ist einer von zahllosen Songs, die Kunze textete und die sich tief in das kollektive Repertoire eingeschrieben haben. Er schrieb Schlager für Udo Jürgens, Peter Alexander und Jürgen Drews, aber auch Chansons für internationale Künstler wie Gilbert Bécaud, Charles Aznavour, Julio Iglesias, Nana Mouskouri und Milva. Nachdem er hier alles erreicht hatte, wechselte er das Fach, wurde in seiner zweiten Lebenshälfte noch konsequenter zum Geschichtenerzähler und verfasste Musicals wie „Elisabeth“. Er ist aber auch Rechtshistoriker, hat die Brüder-Grimm-Medaille der Göttinger Akademie der Wissenschaften für seine Forschungen auf philologisch-historischem Gebiet erhalten, und nächstes Jahr kommt ein lang vorbereitetes Buch über den unkonventionellen Rechtsgelehrten Rudolf von Jhering heraus: „Das unsichtbare Recht“.

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