„Letzte Tage“ in Salzburg : In hundert Szenen und Höllen führend

Was hätte ein Karl Kraus heute versammelt? Das Schauspielprogramm der Salzburger Festspiele eröffnet mit „Die letzten Tage der Menschheit“ und einer blutigen Protestaktion.
Die Worte künden vom kommenden Schrecken. In den Leitkommentaren, Reportagen und Zeitungsüberschriften, die Karl Kraus zwischen 1915 und 1922 als Material sammelte, um Ausbruch und Verlauf des Ersten Weltkriegs zu dokumentieren, spiegelt sich eine geistig-moralische Wende. Zeigt sich, wie Kriegsrhetorik, Propaganda und Ideologie die Ausdrucksweisen verändern und damit den Geist der Menschen verführen. Sie auf den Opfertod einschwören. Feindbilder eingeben. Nationalstolz wecken.
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