Kurt-Weill-Fest Dessau : Liebeserklärung an eine Großmutter

Ein Jahrhundertleben, dargestellt in knappen Geschichten und getanzten Szenen: „Ella“, Sebastian Webers neues Stück über seine Großmutter, als Uraufführung beim Kurt-Weill-Fest in Dessau.
Großmütter kommen im Tanz eigentlich nicht vor. Das hat vielleicht einen Grund im wirklichen Leben. Wenn wir unsere Großmütter lieben lernen, sind wir noch sehr klein. Wie, meine Großmutter hatte ein Leben, sie war mal jung, sie arbeitete, sie war jemand, bevor es uns gab? Das können sich Kinder schwer vorstellen. Die Großmutter des in Leipzig arbeitenden Choreographen Sebastian Weber ist sehr alt geworden, sie starb 2015 als Hundertjährige. So konnte der Enkel, als er ein Künstler geworden war, ihr Verhältnis begreifen und der alten Frau Fragen stellen nach dem Leben, das sie geführt hatte, bevor sie seine Großmutter wurde. Es wurde ein richtiges Interview, das er auf Band aufnahm. Und nun kommt sie in seinem neuen Tanz vor, in einem Stück, das nach ihr „Ella“ heißt und jetzt beim Kurt-Weill-Fest Dessau Premiere feierte in der Marienkirche.
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