Uraufführung in Genf : Was Flucht heute heißt

Christian Jost hat aus dem Film „Reise der Hoffnung“ von Xavier Koller eine neue Oper gemacht. Die Uraufführung von „Voyage vers l'Espoir“ in Genf erschüttert – weil sie auf Politisierung verzichtet.
Der Stoff der neuen Oper „Voyage vers L’Espoir“ von Christian Jost ist aktuell. Das in Genf aus der Taufe gehobene Stück widmet sich der Migration. Die Uraufführung war eigentlich schon für 2020 geplant, musste aber pandemiebedingt verschoben werden. Das Libretto von Kata Wéber basiert auf dem gleichnamigen Film „Reise der Hoffnung“ (1990) von Xavier Koller, zu dem der Saxofonist Jan Garbarek Musik beitrug. Im Zentrum des erschütternden Flüchtlingsdramas steht eine alevitisch-kurdische Familie, die in der Hoffnung auf ein besseres Leben ihr karges ländliches Dasein hinter sich lässt und versucht, ins gelobte Land der Schweiz zu gelangen. Die Geschichte lässt individuelle Leidenserfahrung und allgemeine Problematik von Massenzuwanderung ohne Lösungsrezept aufeinanderprallen.


