FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Debatte in Spanien :
Darf man noch über Stierkampf schreiben?

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Madrid, 11. Juni 2017: Der Torero Rafaelillo kniet in der Arena Las Ventas vor einem Miura-Stier.
Madrid, 11. Juni 2017: Der Torero Rafaelillo kniet in der Arena Las Ventas vor einem Miura-Stier.Timm Kölln

Die größte spanische Tageszeitung, „El País“, hat die Stierkampfkritik stillschweigend vom Papier ins Digitale verbannt: Symptom einer schwierigen gesellschaftspolitischen Debatte.

Nicht alle wissen, dass es im spanischen Kulturleben neben der Theater- oder Musikrezension auch die Stierkampfkritik gibt. Als der legendäre Madrider Stierkampfkritiker Joaquín Vidal 2002 starb, druckte sein Hausblatt „El País“ seitenweise Nachrufe, welche die literarische Qualität seiner Texte priesen und in Vidal eher einen Schriftsteller sahen als einen Rezensenten. Selbst erklärte Stierkampfgegner bekannten, seine Texte verschlungen zu haben, und manche erzählten, sie hätten sie noch vor Fußball und Politik gelesen, was eigentlich alles sagt.

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