Netflix-Serie „Dead to Me“ : Vergeben und vergessen will sie nicht

In der Serie „Dead to Me“ reißt eine Witwe die vordergründigen Fassaden ewiger Selbstoptimierung ein und ist einfach nur wütend. Sie findet eine Seelenverwandte, und das ist aller Querelen Anfang.
Selbst der Tod ist heutzutage bloß Anlass zur Selbstoptimierung. Nicht der eigene, versteht sich, sonst hieße es ja „Wer immer strebend sich bemüht, der wird sich schon erlösen“. Aber der des geliebten Lebenspartners, sofern man die Trauer mit den richtigen „Tools“, etwa Selbstsuggestions-Podcasts, anpackt. Nun, es könnte einen schlimmer treffen, als im kalifornischen Laguna Beach Witwe zu sein, und zwar nicht mehr taufrisch, aber noch gutaussehend genug, sich wieder auf den Single-Markt der Möglichkeiten zu werfen, wie Jen (Christina Applegate) in der zehnteiligen Netflix-Serie „Dead to Me“. Die Villen sind in diesem Teil des Orange County sagenhaft teuer und gleichermaßen komfortabel, die Männer meistens spendabel, das Meer leuchtet unwirklich juwelenblau, und am Strand warten in einem verschwenderisch blumengeschmückten Pavillon regelmäßig die „Freunde des Himmels“ auf Freiwillige, die in der Selbsthilfegruppe das „F-Wort“ lernen wollen. Nicht das eine, das andere: „Forgiveness“ (Vergebung). Verständnis. Loslassen. Weitermachen, in erfüllter Weise. Zugewandt. Als beste Version ihrer selbst.





