Wegen Verleumdung : Roman Polanski vor Gericht

Weil er eine seiner Anklägerinnen der „abscheulichen Lüge“ bezichtigte, muss sich Roman Polanski in Paris vor Gericht verantworten. Dutzende Frauen hatten ihm sexuelle Übergriffe vorgeworfen.
Wegen des Vorwurfs der Verleumdung muss sich Roman Polanski an diesem Dienstag an in Paris vor Gericht verantworten. Er hatte die von der britischen Schauspielerin Charlotte Lewis erhobenen Vorwürfe, er habe sie in den achtziger Jahren sexuell missbraucht, in einem Interview mit „Paris Match“ als „abscheuliche Lüge“ bezeichnet.
In dem 2019 veröffentlichten Gespräch hatte er zudem auf vermeintliche Widersprüche in Lewis’ Aussagen mit den Worten hingewiesen: „Die grundlegende Eigenschaft eines guten Lügners ist ein ausgezeichnetes Gedächtnis. Charlotte Lewis wird immer in der Liste meiner Anklägerinnen aufgeführt, ohne dass je auf diese Widersprüche hingewiesen würde.“ Auch die Herausgeberin der Zeitschrift steht nun vor Gericht. Es ist das erste Mal, dass Roman Polanski, 90 Jahre alt, in Frankreich im Zusammenhang mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs der Prozess gemacht wird.
In den vergangenen Jahren war er von einem Dutzend Frauen wegen Vergewaltigung und sexueller Übergriffe angeklagt worden. Die Vorwürfe sind alle verjährt und er hat sie stets zurückgewiesen. Es wurde nicht erwartet, dass Polanski selbst vor Gericht in Paris erscheint. Charlotte Lewis hingegen soll persönlich auftreten.





