„Roman J. Israel, Esq“ im Kino : Hauptsache, der Anzug sitzt

Die Geschichte eines spektakulären Comebacks: In „Roman J. Israel, Esq.“ macht Denzel Washington seine eigenen breiten Schultern zum Ausgangspunkt einer individuellen Fallhöhe.
Der Rechtsanwalt Roman J. Israel sucht eine neue Arbeit. Er ist dafür nicht in der idealen Verfassung: Seinem Anzug ist nicht anzusehen, ob er vom Flohmarkt kommt oder einfach über die Jahre in Konflikt mit der Gestalt seines Trägers gekommen ist. Das unvorteilhafte Brillenmodell erinnert an die siebziger Jahre. Und dann ist da noch sein Afro, der von einem unbekannten Meister in eine eigenwillige Form gebracht wurde. Das alles trägt zu einem zweifelhaften ersten Eindruck bei, den man von Roman bekommen könnte, und da hat er noch gar nicht den Mund aufgemacht, hat also noch nichts von seinem verhuschten Gemurmel von sich gegeben, mit dem er einer Frau bei einer Hilfsorganisation „for civil advocacy“ beibringen möchte, dass er sich zu dieser Arbeit berufen fühlt. Und er hat ja auch recht. Er ist tatsächlich ein Veteran des juristischen Flügels der Bürgerrechtsbewegung. Wenn es um Verbrechen und Strafe geht, sind die Klienten sehr oft schwarz – wie Roman J. Israel auch.





