Serie „Leben auf dem Land“ : Bekenntnisse eines Dorfbegeisterten

Bilanz nach 37 Jahren als Zugezogener: Es gibt zwei Orte, an denen es sich auf Dauer leben lässt – New York und Stornfels in Hessen.
Uns geht es ganz gut. Immer noch. Dass wir Corona hinter uns haben, glauben wir nicht so recht, verhalten uns aber, als sei es so. In den (noch) drei Landarztpraxen der zehn Kilometer entfernten Kleinstadt Nidda werden die Patienten jetzt das zweite oder dritte Mal geboostert, der Andrang ist überschaubar. Nur hier, in den Praxen und Apotheken, sowie beim Busfahren trägt man noch Maske. Gewiss, zu Hochzeiten der Pandemie, vom Frühjahr 2020 bis zum Spätsommer 2021, war auch in unserem Dorf das gesellschaftliche wie das gesellige Leben zum Erliegen gekommen. Unser Vorteil aber war (und ist) die exponierte Lage des kleinen Orts, der quasitoskanisch auf dem Kegel eines vor Jahrmillionen erloschenen Vulkans liegt. Das Gefühl, eingeschlossen zu sein, mussten wir gar nicht erst kennenlernen. Erst recht in der Pandemie machte und macht Landluft frei, entschieden freier jedenfalls als der Corona-Atem des Urbanen.
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