Kunstlager : Hinter den Mauern von Constantine
Vertreter des deutschen Kunst- und Auktionshandels halten die Novelle des Kulturgutschutzes für eine Katastrophe. Das hat auch einige deutsche Sammler kirre gemacht. Wer aber sind die Profiteure dieser Kampagne? Eine Ortsbesichtigung in London
In meinem Elternhaus hingen keine Gainsboroughs“, schrieb Gottfried Benn. Was der später als Schriftsteller berühmt gewordene Arzt als Gleichnis der Kulturferne formulierte, war auch bei uns zu Hause schnöde Realität. Allerdings versuchten meine Eltern, diesen Mangel durch Reisen zu kompensieren, auf denen ich lernen durfte, dass es in London reichlich Gainsboroughs zu sehen gibt. Überhaupt gibt es in London viel Kunst, und es wird täglich mehr. Zu sehen sind viele dieser Werke allerdings nicht. Den neugierigen Blicken der Öffentlichkeit entzogen, lagern sie gut bewacht in klimatisierten Hallen, hinter hohen Mauern und Stacheldraht. Darunter sind auch Werke, die sich noch vor kurzem in Deutschland befanden.





