Zum Tod von Erasmus Schröter : Großleuchten über dem Atlantikwall

Illusionstheater einer brüchigen Welt: Seine Fotografien sind eigentümlich grausam und zugleich schön. Letztlich kreisen sie fast alle um den Tod. Nun ist Erasmus Schröter mit vierundsechzig Jahren gestorben.
Erasmus Schröter hat es den Betrachtern seiner Fotografien nie leichtgemacht. Zwar leuchten die wandfüllend groß abgezogenen Aufnahmen mitunter in den verwegensten Farben, grell wie die Zuckerschleckereien am Kiosk eines englischen Seebads, doch was Schröter von den frühen neunziger Jahren an in ausgeklügelter Logistik mit Hilfe gigantischer Scheinwerferbatterien mit einer neonleuchtenden Schminke überzog, waren bröckelnde Betonfassaden der Bunker des Atlantikwalls, ausrangierte Panzer und Düsenjäger im Dickicht eines Walds und Holzhütten spießbürgerlicher Laubenkolonien.





