FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Kunst und christliche Tradition :
Mehr Sakrokunst wagen!

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Wenn alle Jahre wieder alltagsleere Augen Weihnachten in der Kirche auf Kunstwerke starren, steht die Bildfrage unentrinnbar im Raum: Über das Verhältnis zeitgenössischer Kunst zu christlicher Tradition.

Stellen wir uns folgende Szenerie vor: eine altmeisterlich gemalte Anbetung des Christkindes in einem engen Stall, in dem Leitern und Bretter kreuz und quer stehen. Der Knabe liegt nicht in einer Krippe, sondern schwebt segnend vor einem Tuch, das an Schnüren von einem ebenfalls schwebenden Kranz aus Tierschädeln hängt, die wiederum einen Embryo in utero rahmen. Ein Mann in königlicher Aufmachung verneigt sich vor dem in die Welt tretenden Gottessohn, der durch die Schädel bereits mit dem Tod verbunden ist. Maria mit zarten Altersspuren ist ganz zeitgenössische Frau aus Ostdeutschland.

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