Münchner Museumsskandal : Die Dialektik der bayerischen Aufklärung

Der Vorwurf, die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen hätten Raubkunst zurückgehalten, ist widerlegt. Trotzdem muss Generaldirektor Maaz gehen. Es gibt neue Vorwürfe, die dem Kunstminister den Schlaf rauben.
Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit – die man durch Erteilung von Arbeitsaufträgen für andere nach Belieben vermehren kann, wenn man Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst ist und damit Oberaufseher über das gesamte freistaatliche Museumspersonal. Markus Blume, einst als CSU-Generalsekretär der Abteilungsleiter Attacke im Parteiapparat, behielt im Staatsamt den Angriffsmodus bei und rief eine „Museumsoffensive“ aus. Damit schien zunächst nicht mehr gewollt als ein Werbefeldzug; als Kommandeur wurde der frühere Münchner Kulturreferent Anton Biebl eingestellt, der moralische Eroberungen in einem zu moderneren Zerstreuungen abwandernden Publikum machen sollte.
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