Leiterin der Gurlitt-Taskforce : Wo ist denn hier die Blamage?
Ingeborg Berggreen-Merkel, Ministerialdirektorin a. D. und Leiterin der Taskforce zum „Schwabinger Kunstfund“, ist Juristin. Bayerische Juristin. Bayerische Juristen halten sich nicht ohne Gründe für die besten der Republik. Die allerbesten werden Verwaltungsrichter oder Beamte des Freistaats. Frau Berggreen-Merkel arbeitete von 1972 bis 2008 im bayerischen Kultusministerium und leitete dann fünf Jahre lang die Behörde des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Als die Bundesregierung und der Freistaat im November 2013 ein Expertengremium beriefen, das die Herkunft der bei Cornelius Gurlitt beschlagnahmten Kunstwerke aufklären soll, wählten sie eine Leiterin, deren Lebenslauf für bürokratische Organisationserfahrung und ein Talent zum zügigen Arbeiten bürgt. Ihre Promotionsschrift „Zum Problem der Öffentlichkeit staatlicher Entscheidungsvorgänge“ reichte sie an der Universität München mit 22 Jahren ein. Sie erörterte die Frage, ob die Verwaltung Spielraum für die Abgabe einer „dissenting opinion“ lässt, wie es sie in richterlichen Spruchkörpern gibt - in der deutschen Justiz allerdings nur im Bundesverfassungsgericht.
