Liebermann aus Gurlitt-Bestand :
Ansehen kann ich das Bild ja nicht mehr

Von
Stefan Koldehoff
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„Zwei Reiter am Strand“ von Max Liebermann wird Ende Juni in London versteigert.
„Zwei Reiter am Strand“ von Max Liebermann wird Ende Juni in London versteigert.Foto: Sotheby's

Vor mehr als sieben Jahrzehnten wurde Max Liebermanns Gemälde „Zwei Reiter am Strand“ gestohlen, jetzt aus der Sammlung Gurlitt restituiert. Bei einer Begegnung erzählt der greise Erbe, was er mit dem Bild verbindet – und warum er sich von ihm trennt.

Gerade an dieses Bild, sagt David Toren, könne er sich so gut erinnern, weil es damals als einziges Kunstwerk allein in einem Raum gehangen habe: „Das war vor dem Krieg auf dem Landsitz meines Onkels in Großburg in Schlesien: ein dunkler Raum gegenüber dem Wintergarten. Ich weiß noch, dass von der anderen Seite immer starkes Licht auf das Gemälde gefallen ist, und davor standen Stühle. Ich habe dort oft gesessen, weil ich die Pferde so mochte. Auf dem Gelände hinter dem Haus bin ich ja oft selbst geritten, wenn ich dort den Sommer verbracht habe.“ Dreizehn Jahre alt war Toren damals, und er trug noch einen deutschen Vornamen. Heute ist der ehemalige Anwalt neunzig. Max Liebermanns Ölgemälde „Zwei Reiter am Strand“ von 1901 hat er als einziger noch lebender Erbe seines Onkels gerade restituiert bekommen – nach mehr als sieben Jahrzehnten.

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