Antisemitismus im Museum : Künstlerische Aufregung

Ist ein Faltblatt des Bayerischen Nationalmuseums München mit einer mittelalterlichen Darstellung des Judas aus der Ölbergszene antisemitisch?
Deutschlandfunk und „Süddeutsche Zeitung“ (SZ) melden einen „saisonalen Antisemitismus“ in München, so die Überschrift eines langen SZ-Artikels vom Dienstag. Das Bayerische Nationalmuseum München (BNM) hatte auf ein (inzwischen zurückgezogenes) Faltblatt für Mai bis Juni ein Detail aus einem seiner Hauptwerke abgedruckt, der Tabula Magna Gabriel Anglers, 1445 geweiht. Auf dem linken Flügel des Triptychons mit zentraler Kreuztragung ist Christi nächtliche, durch Fackeln erleuchtete Gefangennahme im Garten Gethsemane in grauweißen Grisailletönen zu sehen, aus denen der in Gelb gewandete und rothaarige Judas mit dem Beutel der dreißig Silberlinge als Lohn für seinen „Verrat“ schon farblich heraussticht. Auf ebendieses Motiv wird auf dem BNM-Programmflyer zur Passions- und Osterzeit fokussiert.



