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Im Gegenlicht

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Was die sizilianische Hitze mit den Sinnen macht: Das Werk „Agrigente“ von Nicolas de Staël aus dem Jahr 1954
Was die sizilianische Hitze mit den Sinnen macht: Das Werk „Agrigente“ von Nicolas de Staël aus dem Jahr 1954Annik Wetter/ProLitteris, VG Bild-Kunst, Bonn 2024

Nicolas de Staël, dem die Eremitage in Lausanne gerade eine Ausstellung widmet, malte mehr als Hitze. Er malte den Augenblick, in dem die Wahrnehmung kollabiert.

Es gibt dieses Bild, das er auf Sizilien malte, gut ein Jahr vor seinem Tod im Jahr 1955: Auf den ersten Blick erinnert es an ein abstraktes Gemälde, wie es typisch war für die Kunst der Nachkriegsjahre – Farbfelder in Lila, Gelb, Orange und Rosa. Aber dann, wenn man genauer hinschaut, erkennt man: Das sind vielleicht wirklich gelbe Felder, die man da sieht, und eine rosafarbene Straße führt durch sie hindurch, und es ist so heiß, dass man den Himmel nicht mehr als tiefblau, sondern als auberginefarben wahrnimmt. Vor den Augen erscheint die hitzezerflimmerte Silhouette einer Person. Oder einer Stadt. Man weiß es nicht so genau – das Bild zeigt den Moment, an dem der schweißgeblendete Wahrnehmungsapparat kollabiert.

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