FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Kulturkrach :
Das Gift der Salzburger Koalition

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Empörungsrituale? Der Intendant der Salzburger Festspiele, Markus Hinterhäuser, greift den Schauspieler Cornelius Obonya scharf an.

Während in Wien der Führungsstil Maria Happels, der Leiterin des Max-Reinhardt-Seminars, nach Studentenprotesten ins Gerede gekommen ist, gehen in Salzburg Kulturpromis aufeinander los. Hintergrund: Die ÖVP koaliert mit der FPÖ in der Landesregierung. Zwar bleibt die Kultur bei der ÖVP, aber die „Freiheitlichen“ haben mit Wohnbau und Sozialem ein Kernressort erhalten. Im Vorfeld der Wahl hatten sich Lokalmatador Karl-Markus Gauß, Noch-Burgtheaterdirektor Martin Kušej und 250 weitere Kulturschaffende gegen diese Koalition ausgesprochen. Am Montag wurde bei einer Demonstration mit mehr als 1200 Teilnehmern eine Grußbotschaft von Schauspieler Cornelius Obonya verlesen, der in Salzburg von 2013 bis 2016 den Jedermann gespielt hat. Er forderte dazu auf, zu Beginn der Festspiel-Eröffnungsrede von ÖVP-Landeshauptmann Haslauer die Felsenreitschule zu verlassen. Das hat den Intendanten der Festspiele, Markus Hinterhäuser, erzürnt. Er wirft Obonya im „Standard“ „bemerkenswerte gedankliche Schlichtheit“ und „abgenutzten Aktionismus“ vor. Stattdessen brauche es einen „harten politischen Diskurs“. Er habe Vertrauen zum Landeshauptmann und zum Kultur-Landesrat Schnöll. Im Übrigen habe Obonya 2019 im damals von einer SPÖ-FPÖ-Koalition regierten Burgenland die „Zauberflöte“ inszeniert – „da scheinen seine Berührungsängste nicht besonders ausgeprägt gewesen zu sein“, so Hinterhäuser.

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