Erinnerung an Giovanni Falcone : Mutig, revolutionär, ermordet

Vor dreißig Jahren fiel der Richter Giovanni Falcone einem Attentat der Cosa Nostra zum Opfer. In ganz Italien wird seiner in diesen Tagen gedacht. Das Land gelangt nur langsam zur vollen Wahrheit über Morde wie diesen.
Das Geräusch der Explosion um 17.58 Uhr auf der A 29 nahe Capaci habe einem Gebrüll geglichen, sagten Zeugen aus. Zurück blieb ein riesiger Krater im Asphalt. Der Sprengstoff war per Fernzündung zur Detonation gebracht worden. Von einem Hügel aus hatte der Attentäter, wie von Mafia-Boss Totò Riina befohlen, die Straße beobachtet, um den Augenblick genau abzupassen, in dem die Kolonne mit Richter Giovanni Falcone an diesem 23. Mai 1992 die mit 500 Kilo TNT-Sprengstoff präparierte Stelle passierte. 23 Menschen überlebten verletzt, Falcone und vier seiner Begleiter wurden getötet. In Rom, wo der Richter damals arbeitete und kaum bewacht wurde, hätte man ihm leicht alleine auflauern können. Doch die Cosa Nostra wollte auf sizilianischem Boden ein Zeichen setzen, mit möglichst vielen Tote. Wenig später, am 19. Juli, fiel auch der Anti-Mafia-Richter Paolo Borsellino einem Attentat zum Opfer. Er war Falcones Freund und dessen wichtigster Verbündeter.


