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Preußenstiftung vor Auflösung? : Ein Traum für bessere Zeiten

Der Stolz der Preußenstiftung: Das Neue Museum und die James-Simon-Galerie auf der Berliner Museumsinsel Bild: dpa

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, die größte europäische Kulturstiftung, muss reformiert werden. Eine Studie des Wissenschaftsrats fordert ihre Zerschlagung. Aber dadurch wäre nichts gewonnen.

          5 Min.

          Die Arbeitsgruppe des deutschen Wissenschaftsrats empfiehlt die Auflösung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Was sollte sie sonst empfehlen? Die Kommission wurde eingesetzt, um Vorschläge für die Reform der Preußenstiftung zu erarbeiten. Ihre knapp dreihundert Seiten lange Evaluierungsstudie läuft auf die Einsicht hinaus, dass die Stiftung in ihrer jetzigen Form nicht reformierbar ist. Für diese Diagnose hätte die Kommission nicht zwei Jahre lang Akten wälzen und Stiftungsmitarbeiter befragen müssen, sie stand von Beginn an im Raum. Das wirkliche Problem der Stiftung steckt in den Details, im Kleingedruckten – nicht dem der Akten, sondern der Wirklichkeit.

          Andreas  Kilb

          Feuilletonkorrespondent in Berlin.

          Die Preußenstiftung wurde 1957 gegründet, um die auf verschiedene westdeutsche Bundesländer verteilten Kulturschätze des aufgelösten Freistaats Preußen zusammenzuführen. Das Gebot einer Neuregelung nach der Wiedervereinigung war ihrer Satzung eingeschrieben. Aber nach 1990 war die Stiftung so sehr mit der administrativen Eingliederung der Ost-Berliner Museen und deren Beständen beschäftigt, dass ihre innere Entwicklung zum Stillstand kam. Unter dem damaligen Präsidenten Werner Knopp entstand der Masterplan Museumsinsel, der bis heute nicht abgearbeitet ist; erst mit dem für 2025 angekündigten Abschluss der Sanierung des Pergamonmuseums wird er endlich Geschichte sein. Auf Knopp folgte Klaus-Dieter Lehmann, dessen großes Projekt das Humboldt-Forum war; auch dessen Eröffnung und vollständige Einrichtung stehen noch aus.

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