Debatte um „Genozid“ : Unvereinbare Moralinstanzen

Der israelische Schriftsteller David Grossman nennt das Vorgehen seines Landes im Gazastreifen einen Genozid, die italienische Schoa-Überlebende und Senatorin Liliana Segre hält dagegen.
Der einundsiebzigjährige Schriftsteller David Grossman ist die international prominenteste literarische Stimme Israels. Und eine moralische Instanz, die sich seit den Achtzigerjahren für einen Ausgleich zwischen Israelis und Palästinensern einsetzt, was der Börsenverein des Deutschen Buchhandels 2010 mit dem Friedenspreis würdigte. Gleichwohl hat Grossman nie das Recht auf Verteidigung für sein Land infrage gestellt, das im Überlebenskampf gegen Hamas, Hizbullah und andere radikale Gruppen steht, die das Existenzrecht Israels bestreiten. Seine Familie zahlte einen hohen Preis dafür: 2006 wurde Grossmans Sohn Uri als israelischer Soldat bei einem Einsatz in Südlibanon getötet.
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