Das Freibad in der Viruszeit : Keine Pfiffe, keine Sprüche, keine Schlägereien

Vielleicht ist das der beste Sommer – weil nicht mehr die Typen ins Freibad kommen, die sonst immer Stress machen. Die Bademeister sind so nett wie nie. Und wahrscheinlich wünschen sie sich jetzt jeden Sommer einen Corona-Sommer. Ein Bericht.
Wie sieht der Frieden aus? Wie diese blonden Schönen, sie schieben die schmalen Bänder ihrer Bikinihosen unter die Hüftknochen, und ihre Körper glänzen in der weißen Sonne – es liegt am Öl. Oder wie diese Frau im dunkelblauen Badeanzug – etwas erwachsener und runder als die Blonden, aber schöner. Sie sitzt auf einer Bank im Schatten und schaut auf ihre Zigarette wie in ein Buch: abwesend und versunken. Oder wie dieser Vater, auf seinem Rücken hat er schwarze, dichte Haare. Er hat einen ganzen Spielzeugladen mitgenommen: Autos und Bagger, Puppen, Bälle. Er zieht seinen Zwillingen – einem Mädchen und einem Jungen, vielleicht vier Jahre alt, vielleicht schon fünf – jetzt Bademäntel an, so vorsichtig, als ob er Porzellan verpackt.
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