FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Pflichtlektüre für Demokraten :
Das antike Syrakus sah für ihn aus wie der Faschismus

Gastbeitrag
Von
Mathias Mayer
Lesezeit:
Ludwig Marcuse im Jahr 1958
Ludwig Marcuse im Jahr 1958Picture Alliance

Ludwig Marcuses Platon-Studie „Der Philosoph und der Diktator“ von 1947 handelt von Demokratie zwischen Totalitarismus und Utopie.

„Skeptiker. Melancholischer Jude“ lautet die Selbstcharakteristik, die Ludwig Marcuse 1962, im Alter von 68 Jahren, Erika Mann zukommen ließ. Damals war er aus dem amerikanischen Exil, in dem er in Verbindung gestanden hatte mit Heinrich und Thomas Mann – aber, so Marcuse 1949: „Ich gehöre nicht zu den Propagandisten des Mann-Clans“ –, mit Stefan Zweig und Alfred Döblin, bereits nach Bayern gezogen. Nach dem Studium in Berlin und Freiburg sowie der Dissertation über „Die Individualität als Wert und die Philosophie Nietzsches“ war er bis 1933 als Theaterkritiker tätig, dann zuerst in Frankreich, schließlich in den USA als Philosophieprofessor und als Germanist aktiv. 1934 schrieb er an und über „Heinrich Mann und die Demokratie“: „Die Demokratie ist ein Ziel aber kein Weg. Die Aufgabe des Demokraten kann es nicht mehr sein, den antidemokratischen Weg zu verlegen, sondern nur noch, Sorge dafür zu tragen, daß auf diesem Weg das demokratische Ziel nicht vergessen wird.“

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