Monika Marons Tagebücher : Die Lücken in den Texten und die Fragen danach

Monika Maron hat ihre Tagebücher aus den Jahren seit 1980 veröffentlicht, in denen sie zur Schriftstellerin, Chronistin der Einheit und Streitfigur wurde. Ein schon geführtes Interview mit der F.A.S. dazu hat sie nicht freigeben.
Es gibt einen mehr als vierzig Jahre alten deutschsprachigen Umwelt-Roman, den man mal wieder oder zum ersten Mal lesen sollte, weil er von so einer Dringlichkeit geblieben ist: Er heißt „Flugasche“ und erzählt vom Raubbau an der Natur, vom Leiden der Menschen unter der Umweltverschmutzung und von einem verlogenen Staatsapparat, und er könnte, umso mehr, weil er in der damaligen DDR spielt, zusammen mit anderen Romanen der vergangenen Zeit, die mit Motiven von Lebensraumzerstörung und seelischen Kollateralschäden der Menschen arbeiten, den Grundstock einer Art Bibliothek für die Gegenwart des Klimawandels bilden: Zusammen mit Judith Hermanns „Daheim“ zum Beispiel, mit Thea Mengelers „Nach den Fähren“, um zwei Autorinnen und neuere Bücher zu nennen, die wie Monika Maron von verlorenen Landschaften und dem Anpassungsdruck oder Überlebenswillen ihrer Menschen erzählen.


