Thomas Pynchons neuer Roman : Das sind nicht mehr seine Vereinigten Staaten

Nach elf Jahren ist endlich wieder ein neuer Roman von Thomas Pynchon erschienen: „Die Schattennummer“. Niemand hat unser Leselebensgefühl so geprägt wie er – und er schafft es auch diesmal wieder.
Es gab eine Zeit, da brauchten die Bücher von Thomas Pynchon Jahre, ehe sie auf Deutsch erschienen. Sein Debüt, „V“ aus dem Jahr 1963, wurde 1968 beim Karl Rauch Verlag veröffentlicht, nahezu unter Ausschluss der deutschen Öffentlichkeit, bis es 1976 ins Taschenbuchprogramm von Rowohlt aufgenommen wurde, begleitet von einem Nachwort der damals gerade erst als Schriftstellerin bekannt gewordenen Elfriede Jelinek. Die spätere Literaturnobelpreisträgerin begann es mit Blick auf die Tatsache, dass der amerikanische Autor schon damals konsequent im Verborgenen lebte, so: „Thomas Pynchon kann man zwangsläufig nur durch das, was er schreibt, kennenlernen.“


