FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Roman über den Libanon :
Land und Leute hängen am seidenen Faden

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Angehörige der Opfer der Explosion im Hafen von Beirut im Jahr 2020 bei einer Veranstaltung zum fünften Jahrestag der Katastrophe
Angehörige der Opfer der Explosion im Hafen von Beirut im Jahr 2020 bei einer Veranstaltung zum fünften Jahrestag der Katastrophedpa

Todtraurig und irrsinnig komisch: Rabih Alameddine erzählt von dem Glück, sich inmitten des Krieges in einem Kellerverlies hinzugeben.

Wie bei vielen Schriftstellern und Künstlern seines Landes lässt sich auch der Lebensweg von Rabih Alameddine als eine Migrationsgeschichte erzählen, die ihn zum Kosmopoliten gemacht hat. Zur Welt kam Alameddine 1959 als Sohn einer ­libanesisch-drusischen Familie in Jordanien, aufgewachsen ist er in Kuwait, Libanon und England, bevor er zum Studium nach Kalifornien zog, wo er noch heute in San Francisco lebt, wenn er seine Zeit nicht in Beirut verbringt. Beirut war schon immer voll von Leuten wie ihm. Von Menschen, sie müssen gar keine Künstler sein, die der Bürgerkrieg einst in alle Ecken der Welt vertrieb, von wo aus sie schön regelmäßig in die Heimat zurückkehren, ganz gleich, welche Katastrophe das Land gerade heimsucht. Nicht zufällig gehören der libanesischen Diaspora weit mehr Menschen an, als das kleine Libanon Einwohner zählt.

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