Neuer Roman von Navid Kermani : Im Tod wie im Glauben verschwimmen die Geschlechter

Ein Buch der Trauer und der Liebe zur Literatur: Navid Kermani fasst in seinem Roman „Das Alphabet bis S“ den Begriff der Erzählerin sehr weit, aber was er erzählt, ist grandios.
Dies ist ein Tagebuch mit nummerierten Einträgen und Markierung der Jahreszeiten, aber ohne Daten. Es beginnt im Winter, am offenen Grab der Mutter mit der Frage: Was ist Trauer? In Erinnerung an den Jahreswechsel in der vergangenen Nacht und den Anblick des Feuerwerks über dem Kölner Dom folgt gleich auf der nächsten Seite die Antwort: „Das ist Trauer, wenn das Glück, das es doch gibt, nicht mehr zu einem durchdringt. Du siehst es, es ist da, und du verbeugst dich davor oder schüttelst ihm die Hand wie einem Besucher am Grab, mehr aber auch nicht.“


