Buchrezension : Opfer der Verhältnisse?

Zwei junge Iraner und ihr Vater treffen auf die Berliner Realität der Neunzigerjahre: Bhezad Karim Khanis Roman „Hund, Wolf, Schakal“.
Dieser Roman beginnt im Teheran der späten Siebzigerjahre: Jamshid ist Revolutionär, seine Frau wurde vom Regime im Evin-Gefängnis gequält und getötet. Doch der Mann glaubt weiter an die Revolution, rechnet mit seiner Verhaftung, bis er überraschenderweise einen gefälschten Pass geschenkt bekommt und so mit seinen zwei Söhnen nach Deutschland fliehen kann. Nach diesem kurzen Prolog wird der Schauplatz schlagartig zum Berlin der Neunziger, Protagonist von nun an ist fast ausschließlich Jamshids ältester Sohn Saam. Es geht um das Überleben auf den arabisch dominierten Straßen Neuköllns, Hierarchien, Ehre, Männlichkeit, Geldbeschaffung, Ausländerbehördengänge, Sozialleistungen.
Nach dem Prolog gliedert der Autor Behzad Karim Khani seinen Debütroman „Hund, Wolf, Schakal“, aus dem er im vergangenen Jahr einen Auszug beim Bachmannpreis-Wettbewerb vorlas, in vier große Kapitel, die aus recht kurzen Unterkapiteln bestehen. Für manche Ereignisse lässt sich Khani viel Zeit, bei anderen macht er große Zeitsprünge – das ermöglicht Spannung sowie Durchatmen, und doch wird irgendwann alles aufklärt. Obwohl der größte Teil des Buchs aus Saams Augen geschildert wird, der bei der Ankunft in Deutschland elf Jahre alt ist, ist es kein Jugendroman: Dafür ist die Straße zu hart.
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