Wsewolod Garschins Kriegsspott : Ein Hamlet aus Bachmut

Dieser in der Ukraine geborene Schriftsteller hat auf Russisch gegen den Krieg angeschrieben: Wsewolod Garschin als Wegbereiter der literarischen Moderne.
Vier Tage dauert die Agonie. Vergessen von seiner Einheit, vegetiert ein schwerverwundeter Soldat am Rande eines Schlachtfeldes. Der Durst brennt quälend, nicht weniger der Schmerz in den zerschossenen Beinen. Vor seinen Augen verwest die Leiche des von ihm getöteten Gegners in der sommerlichen Gluthitze und verströmt unerträglichen Gestank. „Er hatte gar kein Gesicht mehr. Es hatte sich von den Knochen gelöst. Das schreckliche knöcherne Lachen, das ewige Lachen, erscheint mir so widerlich, so grauenerregend wie noch nie (. . .). Das ist der Krieg, dachte ich. Das ist sein Abbild.“ Der Protagonist dieser Geschichte ist russischer Soldat, sein Opfer ein Fellache im Dienst des Osmanischen Reiches. Beide kämpften im Russisch-Türkischen Krieg 1877/78 auf bulgarischem Boden für imperiale Interessen.


