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Opel Mokka macht munter

Opel ist auf dem Weg zu neuer Stärke. Das zeigen gute Produkte wie SUV Mokka, Stadtflitzer Adam und Cabrio Cascada. Und der Ober-Opel Insignia wird zur IAA gründlich überarbeitet.

© Hersteller Vergrößern Endlich mal wieder ein bisschen Leichtigkeit: Mit dem Mokka mitten im Leben

Ferdinand Piëch ist ein Mann mit Weitblick. Und er ist nicht gerade als zimperlich bekannt. Im Umgang mit der Konkurrenz schon gar nicht. Ausgerechnet jener Ferdinand Piëch, Vorsitzender des Aufsichtsrats von Volkswagen, wünschte Opel alles Gute. Als die Marke mit dem Blitz vor fast auf den Tag genau zwei Jahren nur noch die Wahl zwischen Insolvenz und Verkauf zu haben schien, sprach Piëch, er hoffe, dass dieser Wettbewerber nicht vom Markt verschwinde. Selbst freilich hatte er kein Interesse, den Traditionshersteller dem VW-Konzern einzuverleiben. Immerhin wäre Opel dann die älteste Marke im Unternehmensverbund gewesen, mit 150 Jahren älter noch als Skoda. Zu ähnlich jedoch wären sich die Modellangebote gewesen.

Gleich mehrere Vorstandsvorsitzende hat Opel seither verschlissen, auch in den darunterliegenden Führungsebenen wurden die Stühle gerückt. Geholfen hat dies kaum. Lange Zeit war die Unterstützung aus dem Mutterhaus in Detroit zu halbherzig, sie gipfelte in der Erklärung, die Produktion des Elektroautos Chevrolet Volt (und so auch des baugleichen Opel Ampera) werde zunächst wegen anhaltender Erfolglosigkeit eingestellt. Die Meldung wurde direkt zur Eröffnung des Genfer Automobilsalons verbreitet, genau in jenem Moment, als eine Jury aus Journalisten den Ampera zum Auto des Jahres gekürt hatte. Gekonnte Diplomatie oder wenigstens ein Hauch von Fingerspitzengefühl gehörten nie zu den Tugenden von General Motors (GM), der Muttergesellschaft von Opel.

24813950 © Hersteller Vergrößern Opel Ampera mit Benzin- und Elektromotor. Zu früh?

Letztlich verblieb Opel im Portfolio von GM, und nun gibt es wohl wieder eine Finanzspritze aus Detroit, eine kräftige. Voraussetzung dafür war die Schließung mehrerer Werke. Antwerpen wurde schon geschlossen, in Bochum soll nach Querelen mit dem Betriebsrat nun schon 2015 das letzte Auto vom Band rollen. Vier Milliarden Euro will GM bis 2016 in Opel investieren, mit nochmals 1,7 Milliarden Euro wird der neue Dienstleister Opel Financial Services ausgestattet. Weitere 230 Millionen Euro sollen das europäische Entwicklungszentrum in Rüsselsheim aufwerten. Ein erfolgreicher Mitteleinsatz wäre bitter nötig: Im vergangenen Jahr wies Opel einen Verlust von 1,3 Milliarden Euro aus, deutlich mehr als im auch schon schlechten Jahr zuvor.

Mehr noch steht die Konzernpolitik der Genesung der Rüsselsheimer entgegen. Das Ziel von GM, die Tochtergesellschaft Chevrolet zum größten Hersteller im Verbund zu machen, verwehrte Opel bislang den Weg auf die prosperierenden Märkte in China und dem übrigen pazifischen Raum. Einige Baureihen werden unter den Markenzeichen beider Unternehmen angeboten, Chevrolet ist dabei stets etwas billiger, wenngleich keinesfalls besser. Opel-Fahrzeuge wie Antara und Mokka stammen aus derselben Produktionsstätte in Südkorea wie Captiva oder Trax von Chevrolet.

24812775 © Hersteller Vergrößern Der Opel Adam gefällt vor allem der Jugend

Auch der Blick in die Vergangenheit, als Opel wie schales Bier anderen angeboten wurde, offenbart eine zumindest fragwürdige Geschäftspolitik der Amerikaner. Rüsselsheimer Notare legten Nachtschichten ein und arbeiteten Wochenenden durch, um die Übertragung der vielzähligen Opel-Patente an das Mutterhaus zu beurkunden. Und wer kauft schon einen Autobauer, der im Zweifelsfall für jedes produzierte Fahrzeug üppige Lizenzgebühren nach Detroit überweisen muss? Ein Ferdinand Piëch gewiss nicht. Imagefördernd sind die Irrwege sicher auch nicht gewesen. Mit solchen Hypotheken tritt Opel nun (abermals) frischen Mutes zum Neuanfang an, es wird kein leichter sein. Aber zarte Pflänzchen blühen.

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