FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Film „Kler“ erschüttert Polen :
Alle Sünden der Kirche

Von
Gerhard Gnauck, Warschau
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Selbstherrlich: Janusz Gajos spielt einen Erzbischof, dem nichts heilig ist.
Selbstherrlich: Janusz Gajos spielt einen Erzbischof, dem nichts heilig ist.Reuters

Im katholischen Polen beleuchtet der Kinofilm „Kler“ Straftaten des Klerus. Er entfacht eine Debatte über sexuellen Missbrauch, die längst überfällig war.

Polen ist eine Filmnation – gerade dann, wenn ein Regisseur seinen Finger in eine offene Wunde legt. Der Großmeister des polnischen Kinos, Oscar-Preisträger Andrzej Wajda, konnte das unter der kommunistischen Diktatur nur sehr leise tun (und wurde vom Publikum dennoch verstanden). Heute dagegen darf und muss ein Filmemacher laut werden, will er gehört werden. Darauf versteht sich der 55 Jahre alte Wojciech Smarzowski, der in Polen gerade einen der größten Kinoerfolge der Nachwendezeit gelandet hat. „Kler“ (Der Klerus) haben binnen fünf Wochen schon mehr als 4,8 Millionen der 38 Millionen Einwohner des Landes gesehen.
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