Der Kinofilm „Die Spur“ : Jägerin der Jäger

Sie töteten zum Spaß und mussten sterben: Der Film „Die Spur“ hätte seine Geschichte mit der Geduld eines Fallenstellers beobachten können. Aber es musste unbedingt ein Thriller werden.
Zwei Filme ragen aus der osteuropäischen Kinoproduktion des vergangenen Jahres heraus, beide von Frauen gedreht und beide auf der Berlinale mit Preisen bedacht: Ildikó Enyedis „Körper und Seele“ und Agnieszka Hollands „Die Spur“. In beiden Filmen spielt die Natur, der Wald, die Wildnis vor den Toren der Städte eine tragende Rolle: Sie hält den Gesellschaften des Ostens, die sich im Umbruch zwischen Kollektivierung und Individualisierung, zwischen den alten Seilschaften und den neuen Netzwerken befinden, den Spiegel vor. Sie ist die Gegenwelt zum Reich der Zwecke und der Gier. Aber damit enden dann auch die Gemeinsamkeiten. „Körper und Seele“ und „Die Spur“ sind keine filmischen Geschwister, im Gegenteil: Sie unterscheiden sich wie Tag und Nacht.





