Dividendenfonds setzt auf Kapitaldisziplin
mho. Frankfurt, 24. September. Investmentfonds, die vor allem auf dividendenstarke Aktien setzen, gibt es fast 200. Sucht man unter den in Deutschland ...
mho. Frankfurt, 24. September. Investmentfonds, die vor allem auf dividendenstarke Aktien setzen, gibt es fast 200. Sucht man unter den in Deutschland zugelassenen Fonds nach „High Dividend“, findet man immerhin sieben, zudem gibt es „Top-Dividenden-Fonds“ und anderes mehr. Nun kommt auch die niederländische Fondsgesellschaft Kempen mit ihrem „High Dividend Equity“-Fonds nach Deutschland. Die Gründe sind klar, und der leitende Portfoliomanager Joost de Graaf macht daraus auch keinen Hehl: „Deutschland ist ein großer Markt, und Dividendenprodukte sind populär.“ Das gilt ganz besonders im Angesicht der aktuellen Minizinsen auf Anleihen.Die Hochdividendenfonds haben ein gutes Jahr hinter sich: 9 Prozent war das Mindeste, was sie einbrachten, wohingegen die Fünf-Jahres-Bilanz mit Renditen von 0,4 bis 6 Prozent pro Jahr doch recht unterschiedlich ausfällt. „Wir haben eine gute und die längste Erfolgsbilanz in Europa“, sagt de Graaf nicht ohne Stolz. „Unser Team war das erste in Europa, das im Jahr 2000 einen Hochdividenden-Fonds gemanagt hat.“ Das war damals noch für den Allfinanzkonzern ING, seitdem ist das gleiche Team zum 1903 gegründeten Broker Kempen gewechselt, der seit nunmehr 6 Jahren zu Van Lanschot gehört, der ältesten Privatbank der Niederlande.Tatsächlich lässt sich die Bilanz des Kempen-Fonds sehen. Knapp 15 Prozent brachte er im laufenden Jahr und knapp 8 Prozent im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre. In der langen Frist belegt der Fonds damit unter den europäischen Hochdividendenfonds einen Spitzenplatz, und das bei geringster Standardabweichung, weist mithin also die niedrigsten Schwankungen auf. Eine Absage erteilt de Graaf einer allein auf Dividenden ausgerichteten Strategie - das sei nicht zielführend. Er lege Wert auf Unternehmen mit Kapitaldisziplin, die zwangsläufig hohe Dividenden mit sich bringe. „Unternehmen achten vor allem auf Produktionseffizienz. Sie sparen bei Rohstoffen und Personal, gehen aber mit Kapital nicht in gleicher Weise sorgsam um.“ Wenn es dann richtig gut laufe und das Geschäft einen hohen Mittelzufluss bringe, werde das Geld oft für die Diversifizierung ausgegeben. Das habe zur Folge, dass die Unternehmen ihr Kerngeschäft aus den Augen verlören.





