Barfuß durch den Schlamm
AACHEN. Die Zuschauer eierten, der Schlamm quoll, und Sam musste auf zwei Hufen barfuß laufen. So sehr hatte am Samstag der Aachener Dauerregen die ...
AACHEN. Die Zuschauer eierten, der Schlamm quoll, und Sam musste auf zwei Hufen barfuß laufen. So sehr hatte am Samstag der Aachener Dauerregen die Geländestrecke der Vielseitigkeit aufgeweicht. Eine vierbeinige Berühmtheit war ganz besonders betroffen: Sam, das Gold-Pferd von Doppel-Olympiasieger Michael Jung, wurde Opfer der untergründigen Saugkraft. Die Hufe des Braunen sind so fragil, dass die Eisen jeweils nur mit vier Nägeln daran befestigt werden können. Zwei Hufeisen waren denn auch schnell weg, Jung weiß nicht genau, an welcher Stelle der 4000 Meter langen Querfeldeinstrecke mit Ziel im imposanten Springstadion des CHIO der Wallach sie verlor, aber unterwegs fing er immer mehr zu schlingern an, vor allem in den Kurven. Rechts vorn und rechts hinten fehlten die schmiedeeisernen Sohlen mit den langen Stollen. „Es war ziemlich rutschig in den Wendungen“, sagte der 30 Jahre alte Schwabe aus Horb, aber natürlich hielten die beiden weiter stramm aufs Ziel zu: Nur am Hindernis 16, einer Kombination aus Hecken, gab es eine Krise, Sam stolperte über den einen Sprung und mogelte sich irgendwie auf die andere Seite. Die Richter werteten dies erst als Verweigerung, nahmen die Strafe aber hinterher wieder zurück. „Nach meinem Gefühl waren wir drüber“, sagt auch der Reiter. Trotz des Handicaps wurden die beiden noch Dritte in einem starken internationalen Starterfeld, sie verpassten die Idealzeit sogar nur um acht Sekunden. Wunder-Sam.
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