Tropenmedizin :
Der Keim des Elends

Von
Jakob Simmank
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Die Apothekerin Carina Vetye-Maler berät die Menschen in Villa Zagala, einem Armutsviertel von Buenos Aires.
Die Apothekerin Carina Vetye-Maler berät die Menschen in Villa Zagala, einem Armutsviertel von Buenos Aires.© AoG/paulhahn.de

Chagas ist eine Tropenkrankheit, die viel zu selten erkannt und behandelt wird. Ein Bericht.

In dem dunklen Wartezimmer mit Blick auf die Straße sitzt ein knappes Dutzend Patienten, fast alle übergewichtig. An diesem Morgen wollen sie zu Carina Vetye-Maler. Auf dem kurzärmeligen weißen Kittel der 51-jährigen Deutsch-Argentinierin prangt das grüne Logo von „Apotheker ohne Grenzen“. Durch ein vergittertes Fenster reicht sie einer zahnlosen, älteren Frau ein kleine Tube Cortison-Salbe: „Das ist keine normale Pflegecreme. Die dürfen Sie nur ausnahmsweise und für kurze Zeit verwenden“, erklärt Vetye-Maler in weichem Spanisch. Die Apothekerin unterstützt mit ihrer Organisation seit 2008 das lokale Gesundheitszentrum in Villa Zagala, einem der Elendsviertel von Buenos Aires. Von staatlicher Seite gebe es viel zu wenige Mittel, „zwei Drittel der Medikamente müssen wir stellen. Deshalb sind wir hier.“

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