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Wirtschaftswissenschaften : Amerikas Ökonomen geben sich Ethikregeln

Wissenschaftliche Zeitschriften der American Economic Association: Wer hier publiziert, muss künftig größere Unterstützungszahlungen offenbaren Bild: American Economic Association

Viele Ökonomen verdienen neben ihrer Tätigkeit an der Universität zusätzlich Geld mit lukrativen Gutachten. Jetzt reagiert die führende Ökonomen-Vereinigung Amerikas auf den Vorwurf der Käuflichkeit: Autoren müssen in ihren wissenschaftlichen Zeitschriften künftig größere Geldgeber offenbaren.

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          Amerikanische Ökonomen wollen mit neuen Ethikregeln dem angekratzten Ruf ihrer Profession aufhelfen. Die führende Ökonomen-Vereinigung in den Vereinigten Staaten, die American Economic Association, verlangt von den Autoren in ihren wissenschaftlichen Zeitschriften von nun an, dass sie alle möglichen Interessenkonflikte offenlegen. Das hat die Vereinigung gerade auf ihrer Jahrestagung in Chicago beschlossen.

          Patrick Welter
          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Die Autoren müssen alle „interessierten Parteien“ angeben, von denen sie in den letzten drei Jahren finanzielle Unterstützung etwa in Form von Beratungshonoraren oder Stipendien von mehr als 10.000 Dollar erhalten haben.

          Die Vereinigung mit ihren rund 17.000 Mitgliedern will mit den neuen Regeln der im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise lautgewordenen Kritik entgegenwirken, die Ökonomen seien von der Finanzwirtschaft und anderen Unternehmen „gekauft“ worden. Die amerikanische Öffentlichkeit erwartet üblicherweise, dass Ökonomen, die sich etwa in Zeitungskommentaren oder als Experten im Kongress äußern, unabhängig sind. Wie mehrere Studien zeigen, legen viele Ökonomen dabei aber nicht offen, in welchen Diensten sie neben ihrer Universitätstätigkeit stehen.

          In den Vereinigten Staaten ist diese Kritik etwa in dem Dokumentarfilm „Inside job“ erhoben worden. Darin wurde der frühere Gouverneur der Zentralbank Federal Reserve Frederic Mishkin befragt. Mishkin hatte 2006 in einem wissenschaftlichen Aufsatz die gute Finanzaufsicht Islands gelobt - zwei Jahre bevor das Finanzsystem dort zusammenbrach. Der Ökonom hatte für den Aufsatz 124.000 Dollar von der Isländischen Handelskammer erhalten. Offenlegen müssen die Autoren künftig auch, ob sie eine Stellung in Organisationen oder Unternehmen innehabe, die mit dem Thema des Artikels in Verbindung steht. Die Regeln beziehen sich auch auf enge Familienangehörige oder Partner der Autoren.

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