Gründergeist : Frauen ohne Risiko

Der Arbeitsmarkt läuft einfach zu gut. Die Bereitschaft, in Zeiten des Fachkräftemangels ein riskantes Gründungsprojekt anzugehen, geht zurück. Leider.
Zahlen der KfW zeigen, dass sich die Lust zum Gründen einem historischen Tiefstand nähert. Nur noch in 550.000 Fällen haben sich Menschen im vergangenen Jahr entschieden, eine Existenz zu gründen. Das hat neben steigenden Preisen offenbar einen simplen Grund: Der Arbeitsmarkt läuft einfach zu gut. Die Bereitschaft, in Zeiten des Fachkräftemangels ein – im Verhältnis zur Festanstellung – riskantes Gründungsprojekt anzugehen, geht zurück, wie auch Forschende vom ZEW feststellen.
Besonders wenig Risikofreude zeigen Frauen: Ihr Anteil ist auf 37 Prozent gefallen. Das liegt wohl, wie so oft, erstens an weniger Erwerbsanreizen für Frauen als für Männer – und zweitens an sich immer noch zu langsam wandelnden Rollenbildern. Mädchen werden in bestimmten Bereichen immer noch weniger bestärkt als Jungen, etwa in der Mathematik.
Studien zeigen dann auch, dass Frauen später über weniger Finanzwissen verfügen als Männer. Deshalb ist es wichtig, insbesondere Mädchen schon früh für Wirtschaftsthemen zu begeistern. Positiv ausgedrückt: Hier gibt es noch Potential, den deutschen Gründungsgeist zu stärken.






