Zalando : Schlechter Partner
Der Onlinemodehändler Zalando verärgert seine Partner durch angehobene Gebühren, um seine eigene Marge zu steigern. Das könnte dem Konzern noch auf die Füße fallen.
Krisen legen offen, wie ein Unternehmen wirklich tickt. Das zeigt sich gerade wieder beim Onlinemodehändler Zalando. Die Lage ist ohne Zweifel schwierig: Das Konsumklima ist im Keller, die Lager sind voll, und Investoren üben Druck aus, die Profitabilität zu steigern. Für die Berliner ist es die erste echte Krise. Zalando hat mit Sparmaßnahmen reagiert und zuletzt sehr kurzfristig seine Gebühren für Partner kräftig angehoben. Das könnte sich als Fehler erweisen. Zwar mag die Änderung der Gebührenordnung vor allem kleinere Händler treffen, die für die Gesamtbilanz des Konzerns eher vernachlässigbar sind. Zumal Zalando ohnehin auf seiner Plattform stärker aussieben will, um die Qualität des Angebots zu steigern. Doch das Vorgehen sendet auch an alle anderen Partner Zalandos ein fatales Signal: Sobald es etwas ungemütlich wird, seid ihr dran. Dabei hätte Zalando gerade die aktuelle Krise nutzen können, um Vertrauen zu Händlern und Herstellern aufbauen. Hätte sich Zalando jetzt als zuverlässiger Partner erwiesen, hätten es Marken und Händler danach sicherlich gedankt. So dürfte das Gegenteil der Fall sein.
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