Onlinemodehändler : Zalando reformiert seine Prozesse – endlich
Jahrelang wuchs Zalando rasant. Die internen Abläufe konnten da kaum mithalten. Die jetzt angekündigte Erneuerung der Organisation war überfällig.
Der Onlinemodehändler Zalando gibt sich eine neue Organisationsstruktur, um näher am Kunden zu sein und Prozesse zu beschleunigen. Sicher, solche Pläne klingen auf dem Papier immer gut. Ob sie dann auch in der Realität funktionieren, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Doch eine Justierung der Unternehmensprozesse war überfällig. Jahrelang ist Zalando rasant gewachsen. Seit 2014 hat sich die Mitarbeiterzahl mehr als verdoppelt. Insbesondere während der Pandemie gewann der Konzern derart viele Kunden und Mitarbeiter, dass die internen Prozesse kaum mitwachsen konnten. Der Fokus lag darauf, die Technik und Logistik irgendwie am Laufen zu halten, um die wachsende Kundschaft pünktlich bedienen zu können. Die Folge des Reformstaus waren teils frustrierte Mitarbeiter, die sich über immer komplexere Ketten von Abstimmungsrunden und „Arbeit um die Arbeit“ beschwerten. Durch die schlechte Konsumstimmung hatte sich Zalandos Wachstum aber zuletzt stark verlangsamt. Das Unternehmen hat keine Ausreden mehr, interne Reformen aufzuschieben. Dass Zalando diesen Bedarf erkannt hat und nun versucht gegenzusteuern, ist ein wichtiges Signal an Belegschaft und Kapitalmarkt.
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