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Russischer Großinvestor : Staat und Aktionäre ringen um TUI

Ein Lächeln in harten Zeiten: TUI-Logo auf dem Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 6“ Bild: dpa

Über eine Wandelanleihe könnte der Bund nach seinem Einstieg in der Lufthansa auch zum Anteilseigner von TUI werden. Die Aussicht gefällt längst nicht allen im Unternehmen.

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          Dem Management von TUI zerrinnt im Moment das Geld zwischen den Fingern. Nach einer kurzen Erholung im Frühsommer hatten neue Reisewarnungen das Geschäft des Touristikkonzerns aus Hannover zuletzt wieder stark belastet. Jetzt kommt die buchungsschwache Wintersaison, in der die Branche schon ohne Corona jedes Jahr Verluste auftürmt. Zwar werde es demnächst mehr Klarheit über einen Impfstoff geben, was zumindest im nächsten Sommer die Urlaubslust der Kunden beflügeln könnte, erwartet Adrian Pehl, Analyst der Commerzbank. „Aber die Risiken bleiben hoch.“ Trotz gewährter oder zumindest zugesagter Staatskredite in Höhe von rund 3 Milliarden Euro sei die Lage der TUI „immer noch nicht trivial“.

          Christian Müßgens

          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Der nächste Schritt im Rettungskampf um den schwer angeschlagenen Konzern ist eine Wandelanleihe, über deren Konditionen sich das Management bis zum Mittwoch mit dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) des Bundes verständigen musste. Die spezielle Schuldverschreibung über 150 Millionen Euro hat der Bund zur Auflage für seine jüngsten Kredite gemacht und kann sie jederzeit in eine Beteiligung umwandeln. Sollte es so kommen, könnte der deutsche Staat nach der Lufthansa auch zum TUI-Aktionär werden, und zwar mit bis zu 9 Prozent der Anteile. Gleichzeitig will der Vorstand neue Aktien an private Investoren ausgeben und so das Kapital erhöhen, worüber nach F.A.Z.-Informationen schon im Aufsichtsrat gesprochen wurde. Die Transaktion ist schwierig, weil der Börsenkurs am Boden liegt und TUI sein Kapital laut Aktienrecht nur in eng umrissenen Zeitfenstern nach Zwischenberichten oder Jahresabschlüssen aufstocken darf. Frühestens Ende Oktober, so lautet die Einschätzung eines Kontrolleurs, dürfte es soweit sein.

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