Teamviewer-Aus bei ManU : Mutig verrückt
Teamviewer-Chef Oliver Steil ist nach dem Sponsoring-Aus bei Manchester United geschwächt. Wenigstens aber ist er ins Risiko gegangen.
Der Grat zwischen Genie und Wahnsinn ist bekanntlich schmal. Die allermeisten Wirtschaftslenker wissen das und scheuen deshalb das Risiko. Sie führen lieber solide als waghalsig. Die Entscheidung von Teamviewer-Chef Oliver Steil, Hauptsponsor von Manchester United zu werden, war dagegen höchst wagemutig. Er ist damit im März 2021 ein großes Risiko eingegangen und angesichts des kleinlauten Rückzugs nur knapp 2 Jahre später als Teamviewer-Chef stark geschwächt. Heißt das nun, dass die Entscheidung falsch war? Rein analytisch betrachtet sicher: Die relevante Zielgruppe des Softwarehauses sind die IT-Abteilungen von Konzernen, nicht die Fußballfans dieser Welt. Und ein Zehntel des Umsatzes in solch ein Sponsoring zu stecken ist sicher zu teuer. Wenn man aber den Blick weitet, ist das Problem sicher nicht, dass die Unternehmenschefs zu mutig sind. Viel eher sind sie zu zaghaft, weil sie den Grat zwischen Genie und Wahnsinn scheuen. Für die Dynamik der deutschen Volkswirtschaft aber dürfte es besser sein, wenn mit einem Vorstandschef mal die Hybris durchgeht, als wenn eine ganze Armada an Konzerngewächsen nur Angst hat, Fehler zu machen. Viel unterhaltsamer ist es allemal.
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