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„Ihre Kunden sagen das auch“ : Salesforce-Gründer teilt gegen SAP aus

  • Aktualisiert am

Salesforce-Gründer Marc Benioff Bild: AFP

Nach dem SAP-Kurseinbruch giftet der Salesforce-Mitgründer Marc Benioff gegen den Konkurrenten. Er sieht eine verpasste Chance in der Cloud und Führungsprobleme. SAP-Gründer Hasso Plattner setzt dagegen ein teures Zeichen.

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          Der Mitgründer und Chef des SAP-Rivalen Salesforce hat angesichts der gekappten Prognosen der Walldorfer eine Signalwirkung für die ganze Branche abgestritten. „Sie haben die Möglichkeiten der Cloud nicht gut für sich genutzt“, sagte Marc Benioff am Montag (Ortszeit) dem Finanzsender Bloomberg TV. „Ich glaube, die Probleme von SAP treffen einzig auf sie zu.“

          Zudem sieht der streitbare amerikanische Milliardär ein Führungsproblem bei dem wertvollsten deutschen Börsen-Konzern. Bei „SAP, da kann man sehen, dass sie sehr bedeutende Probleme mit dem Wechsel an der Vorstandsspitze haben, den sie durchmachen“, sagte Benioff angesichts des holprigen Übergangs in der Führungsetage. „Der Übergang läuft einfach nicht rund und ihre Kunden sagen das auch. Nun spiegelt ihre Umsatzentwicklung das auch wider.“

          Nach dem ehemaligen Chef Bill McDermott ging der Chefposten vor rund einem Jahr zunächst an das Duo Jennifer Morgan und Christian Klein. Im April musste Morgan – die erste Frau an der Vorstandsspitze eines Dax-Konzerns – schon nach rund sechs Monaten wieder die Segel streichen, weil es nach Ansicht von Aufsichtsratschef Hasso Plattner intern zu viele lähmende Diskussionen gegeben hatte.

          Am Sonntag hatte Klein mit einem Strategieschwenk ein starkes Börsenbeben bei SAP ausgelöst. Er kürzte unter anderem wegen der Corona-Pandemie sowohl die Jahresprognose als auch die mittelfristigen Ziele radikal zusammen und will die Kunden in den kommenden Jahren noch schneller auf Cloud-Software umstellen. Das erfordert Investitionen und belastet die operative Marge im Tagesgeschäft, für die McDermott noch einen kräftigen Anstieg bis 2023 versprochen hatte. Klein erhofft sich von dem Schritt in einigen Jahren stärkeres Wachstum bei Umsatz und Gewinn.

          SAP

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          Die SAP-Aktie war am Montag um mehr als ein Fünftel auf 97,50 Euro und damit wieder auf den Stand von Anfang April gefallen, als sich die Papiere gerade vom Corona-Crash erholten. Dies war der höchste Tagesverlust der Papiere seit den 90er-Jahren, ein Börsenwert von rund 33 Milliarden Euro löste sich in Luft auf. Auch am Dienstag gab die Aktie zunächst nach, drehte dann aber ins Plus mit zuletzt gut zwei Prozent. 

          SAP-Mitgründer Hasso Plattner setzte mit einem Kauf von Aktien im Wert von fast einer Viertel Milliarde Euro ein Zeichen. Er deckte sich für insgesamt rund 248,5 Millionen Euro mit Papieren ein, wie aus einer Stimmrechtsmitteilung des Konzerns vom Dienstag hervorgeht. Plattner kaufte demnach zu Kursen von durchschnittlich um die 101 Euro. Plattner ist vor Gründungskompagnon Dietmar Hopp der größte Einzelaktionär des wertvollsten deutschen börsennotierten Unternehmens und hielt zuletzt laut Bloomberg knapp 5,9 Prozent der Anteile – aktuell ist das Paket gut 7 Milliarden Euro wert. Hopp hält etwa 5 Prozent der Aktien. Auch Vorstandschef Klein und Finanzchef Luka Mucic hatten am Montag Aktien gekauft, allerdings in einem deutlich kleineren Rahmen für gut 102.000 und gut 75.000 Euro.

          Salesforce ist Weltmarktführer bei sogenannter Cloud-Software, die von den Kunden über das Internet genutzt und über Abonnements bezahlt wird. Salesforce-Aktien verloren zum Wochenauftakt 3,4 Prozent.

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