Methode Sewing :
Kann die Deutsche Bank nur noch Rekorde?

Archibald Preuschat
Ein Kommentar von
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Gute Zahlen aus der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt
Gute Zahlen aus der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurtdpa

Die Deutsche Bank meldet gut laufende Geschäfte. Das zeigt: Ihr Chef Christian Sewing kommt auch ohne große Visionen gut voran.

Erfreulich wenig Neues aus den Doppeltürmen an der Frankfurter Taunusanlage: Die Deutsche Bank hat auch im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres ein Rekordergebnis eingefahren und die Erwartungen der Analysten wieder einmal übertroffen.

Das berühmte Haar in der Suppe, das die professionellen Beobachter im vierteljährlichen Zahlenkonvolut so gerne suchen, sie finden es schon wieder nicht. Der Aktienkurs von Deutschlands größter Geschäftsbank legt schon in den ersten Handelsstunden um knapp drei Prozent zu und ist ihrem 52-Wochen-Hoch von 35,85 Euro aus dem September näher als dem Tief, das im März bei 23,82 lag. Alles läuft nach Plan, die selbst gesteckten Ziele für das laufende Geschäftsjahr werden nach Stand der Dinge sogar übertroffen.

Es klingt ein wenig wie Marketing-Sprechblasen

Gebetsmühlenartig wiederholte der Deutsche-Bank-Vorstandsvorsitzende Christian Sewing die „Globale Hausbank“-Strategie. Die vier Geschäftsbereiche, Unternehmensbank, Investmentbank, Privatkundenbank und die Vermögensverwaltung will Sewing so miteinander vernetzen, dass Kunden im In- und Ausland stets die gesamte Expertise der Bank nutzen können.

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Was ein wenig nach Marketing-Sprechblasen klingt, scheint sich indes auszuzahlen. Anders lässt sich die Rekordserie nicht erklären. Der größere spanische Wettbewerber Santander hatte Ähnliches nicht zu vermelden. Das nach Börsenwert größte Institut der Europäischen Währungsunion verzeichnete im September-Quartal wegen Umbaukosten einen um zwei Prozent niedrigeren Nettogewinn von 3,43 Milliarden Euro.

Auf der anderen Seite schläft auch die Konkurrenz natürlich nicht: Unter dem Strich verdiente die französische BNP Paribas zwischen Juli und September mit knapp 3,5 Milliarden Euro 13,5 Prozent mehr und damit deutlich mehr als von Analysten erwartet. Das französische Institut profitierte insbesondere vom Aktienhandel.

Das zeigt: Der von Sewing eingeschlagene Weg ist erfolgreich, der Größenunterschied zu den Wettbewerbern auch innerhalb der Eurozone aber immer noch beträchtlich. Der Weg zu einem europäischen Champion, das Ziel hat Sewing vor Augen, wird kein leichter sein.

Und doch zeigt die Methode Sewing: Es geht auch ohne visionäre Ideen, milliardenschwere und dabei noch nicht einmal freundliche Übernahmen, um in der europäischen Bankenlandschaft seinen Weg zu gehen. Die Methode geht freilich nur dann auf, solange sie auch Gewinne generiert.

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