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Insolvenz verschleppt : Milde Urteile im Teldafax-Prozess

Teldafax hat 2011 einen Insolvenzantrag gestellt. Bild: dpa

Im Jahr 2011 ging Billigstromanbieter Teldafax pleite, zurück blieb ein Schaden von 500 Millionen Euro und hunderttausende geschädigte Kunden. Jetzt sind zwei Manager verurteilt worden.

          Im zweiten Anlauf ist am Mittwoch in Bonn der Strafprozess gegen zwei frühere Manager des insolventen Billigstromanbieters Teldafax zu Ende gegangen. Das dortige Landgericht verurteilte den früheren Vorstand Klaus Bath wegen Insolvenzverschleppung und der Verletzung von Buchführungspflichten zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und vier Monaten.

          Marcus Jung

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Bath selbst hatte im Prozess geschwiegen, dagegen hatte der mitangeklagte Gernot Koch die Vorwürfe teilweise eingestanden. Er wurde zu einer Bewährungsstrafe von elf Monaten verurteilt. Aufgrund der langen Verfahrensdauer gelten in beiden Fällen zwei Monate schon als vollstreckt, ordnete das Gericht an. Die Neuauflage der Wirtschaftsstrafsache lief seit Januar 2015 (Az.: 29 KLs 1/14).

          Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft Bonn 2013 erstmals Anklage gegen Bath, Koch sowie den früheren Vorstandsvorsitzenden und Aufsichtsrat Michael Josten wegen Bankrott, Insolvenzverschleppung und gewerbsmäßigem Betrug erhoben. Diesen Prozess ließen die Strafverteidiger mit einer Besetzungsrüge des Gerichts 2014 platzen. Die Wiederaufnahme im Folgejahr stand ebenfalls unter keinem guten Stern. In den 109 Verhandlungstagen mussten die Ankläger immer mehr von ihren ursprünglichen Vorwürfen gegen das Vorstandstrio Abstand nehmen.

          Im Herbst vergangenen Jahres stellte das Gericht das Verfahren gegen Josten gegen Zahlung eines Geldbetrags von 20.000 Euro ein. Einige Monate später endete nun das Hauptverfahren gegen seine früheren Vorstandskollegen mit milden Urteilen. Das Gericht blieb etwas unter den Forderungen der Staatsanwaltschaft. Die Verteidiger von Bath und Koch hatten auf Freispruch für ihre Mandanten plädiert.

          Damit ist eine der größten Unternehmensinsolvenzen in Deutschland zumindest strafrechtlich aufgearbeitet. Teldafax war für seine risikoreichen Geschäftsmodelle bekannt. Kunden mussten günstige Strompreise durch Vorauszahlungen finanzieren, dafür erhielten sie Preisgarantien. Mit dem Anstieg der Strompreise geriet Teldafax jedoch in eine wirtschaftliche Schieflage. Im Juni 2011 meldete das Energieunternehmen aus Troisdorf Insolvenz an. Zurück blieb ein Schaden von 500 Millionen Euro. Hunderttausende Kunden mussten entschädigt werden.

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