FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Großaktionär zieht Chef zurück :
Hoffnung für Telecom Italia

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Vivendi will Investor bleiben und sucht eine Einigung in der Netzwerkfrage.

Der Vorstandsvorsitzende des französischen Konzerns Vivendi, Arnaud de Puyfontaine, ist mit sofortiger Wirkung von seinem Amt im Verwaltungsrat von Telecom Italia (TIM) zurückgetreten. Das gab das italienische Unternehmen am Montag bekannt. Vivendi ist mit rund 23 Prozent größter Aktionär des Telekomkonzerns. Der Rücktritt hat Brisanz, denn TIM ist hoch verschuldet und hat 2022 die Hälfte seines Börsenwertes verloren. Die Aktionäre waren enttäuscht, weil der geplante Verkauf des TIM-Festnetzwerkes an den italienischen Staat scheiterte. Die Bewertungen von Vivendi und der staatlichen Beteiligungsgesellschaft CDP lagen zu weit auseinander. Die Regierung Meloni will nun auch nicht mehr die verschiedenen Telekom-Netze zu einem einheitlichen Netz zusammenführen, sondern nur noch ein Netz unter staatliche Kontrolle bringen und dabei den Glasfaserausbau in dünn besiedelten Gebieten beschleunigen. Politische Kehrtwendungen wie diese haben TIM schon in der Vergangenheit das Leben schwer gemacht. Der Rücktritt von de Puyfontaine ermögliche nun, „dass alle Parteien frei sind, konstruktiv und transparent im Interesse des Unternehmens und aller seiner Aktionäre zu arbeiten“, ließ der Franzose mitteilen, der dem Verwaltungsrat seit 2015 angehörte. TIM und Italien stünden „weiterhin im Mittelpunkt der Investitionspläne von Vivendi“. Die TIM-Aktie gewann am Montag gut 3 Prozent, weil die Aktionäre jetzt wieder auf eine Lösung der Netzwerk-Frage hoffen.

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