Volkswagen : Grüner Musterschüler

Der größte deutsche Autokonzern und die Politik bleiben eng verbunden. Was sich geändert hat, ist die Farbe.
Wie war das doch noch mal mit dem Diesel-Skandal, der Politik und VW? Als der Betrug Ende 2015 aufgedeckt wurde, rückte auch die Nähe von Politik und Autoindustrie stärker in den Fokus. Niemand stand so sehr für diese Nähe wie der Autokanzler Gerhard Schröder.
Grundlegend geändert hat sich das Verhältnis zur Politik nicht. Was sich geändert hat, ist der politische Zeitgeist. Der weht grün. Volkswagen-Chef Herbert Diess hat seine Entscheidung, die Wende zur Elektromobilität in Wolfsburg mit mehr Wucht voranzutreiben als andere, immer damit begründet, dass die Politik mit ihren Klimavorgaben der Autoindustrie auch den Elektromotor als Antriebsstrang vorgebe.
Deswegen kann sich VW jetzt beim Klimaschutz als grüner Musterschüler präsentieren – und in alter Tradition daran erinnern, dass nun aber auch Politik und Gesellschaft helfen müssten, dass die Strategie der Wolfsburger Erfolg haben kann. Dafür spricht VW-Markenchef Ralf Brandstätter dann auch schon mal vom Verzicht auf Flugreisen und von den Reizen veganer Ernährung.
Die legendäre Currywurst von VW wird in den Werkskantinen wohl dennoch länger überleben als der Verbrennungsmotor. Volkswagen und die Politik bleiben eng verbunden. Was sich geändert hat, ist die Farbe.






